Štěpánek-Netolický-Haus

Das Štěpánek-Netolický-Haus befindet sich im historischen Stadtkern von Třeboň und zählt zu den außerordentlichen Beispielen der nicht nur in der Stadt, sondern in der gesamten Region erhalten gebliebenen Renaissance-Architektur. Im Laufe der Jahrhunderte wurden zahlreihe Veränderungen vorgenommen, seine Renaissance-Gestaltung erhielt dieses Haus in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, zur Zeit des Wirtschaftsaufschwungs, als hier der bekannteste Besitzer – Štěpánek Netolický – wohnte.

2015 erlebte das Štěpánek-Netolický-Haus eine umfangreiche Rekonstruktion und dient heute als Sitz des Zentrums des Třeboňer Teich- und Fischereiwirtschaftserbes mit der der Teichwirtschaft und insbesondere der Persönlichkeit und dem Werk von Štěpánek Netolický gewidmeten ständigen interaktiven Exposition. Das Haus bietet auch einzigartige Galerieräume, hier werden Vorträge gehalten und finden Workshops und verschiedene Kulturveranstaltungen statt.

 

 

Štěpánek Netolický

Der berühmte Fischteichbauer und Bauherr Štěpánek Netolický erwarb das Haus 1522 durch Eheschließung mit der Witwe des Třeboňer Schreibers Dorota Lukšová. Er war eine der beiden führenden Persönlichkeiten, die dank ihres großartigen Fischereiwerkes der Třeboňer Landschaft ihre charakteristische Gestalt verliehen haben. Štěpánek wurde im südböhmischen Netolice wahrscheinlich um 1460 als Sohn einer Untertanenfamilie geboren. Über seine Jugend und Bildung ist bis heute wenig bekannt, wir wissen jedoch, dass er bereits gegen Ende des 15. Jahrhunderts am Entstehen der goldenen Teichwirtschaftsära mitwirkte. Damals war Štěpánek bei der herrschenden Familie Rosenberg zu Diensten und hatte bereits erfolgreich die ersten Teiche angelegt. Und so ist es kaum verwunderlich, dass er recht bald zum „Fischmeister“ wurde – er kümmerte sich nicht nur um den Bau neuer Teiche, sondern auch um die Fischzucht.

 

Der geniale Goldbach

Im Laufe seines Lebens gründete er sieben größere und mehr als vierzig kleinere Teiche. Sein bekanntestes Werk bleibt auch weiterhin der Goldbach, mit dessen Bau er Anfang des 16. Jahrhunderts begonnen hat. Dieser mehr als 45 km lange „Graben“ („strúha“ wie der Goldbach ursprünglich hieß), verbindet die Teiche des Třeboňer Systems und speist sie mit frischem Wasser. Der Goldbach beweist Štěpáneks Meisterhaftigkeit, denn das durchschnittliche Gefälle des Goldbachs beträgt etwa 33 cm pro Kilometer und ist an einigen Stellen sogar geringer als 10 cm pro Kilometer – dadurch kommt oft der Eindruck zustande, als würde das Wasser in die entgegengesetzte Richtung fließen.

 

Neue interactive exposition

Jakub Krčíns Name kennt heute fast jedermann, haben Sie aber geahnt, dass es eben Štěpánek Netolický gewesen ist, der damit begonnen hat, die Třeboňer Teichlandschaft auf geniale Art zu gestalten und an wessen Pläne dann der berühmte Rosenberger Regent anknüpfte?  Unsere ständige Exposition ermöglicht Ihnen, auf interessante Form sich nicht nur mit Štěpánek Netolický und seinem Werk bekannt zu machen, sondern Sie erfahren auch, wie die Třeboňer Fischteiche entstanden sind, können einen Kurzfilm über den Goldbach sehen oder die Messgeräte ausprobieren, die einst beim Bau der Teiche benutzt worden sind. Auf dem kleinen Hof kann man dank des Goldbachmodells zum Wasserwirtschaftler werden und mittels kleiner Stauwerke Wasser in einzelne Teiche leiten.